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Karlsruhe hat besondere Kompetenz auf den Gebieten der technischen Wissenschaften, des Rechts sowie der Kultur und hat es sich zum Ziel gesetzt, den gesellschaftlichen Diskurs über die Zukunft unserer Gesellschaft auf diesen Gebieten voranzubringen. Dazu haben tragende Institutionen der TechnologieRegion Karlsruhe vor über zwei Jahrzehnten das „Karlsruher Forum für Kultur, Recht und Technik“ gegründet.
Karlsruhe ist Mittelpunkt der TechnologieRegion Karlsruhe und einer vielfältigen Kulturregion. Als 'Residenz des Rechts', der Sitze des Bundesverfassungsgerichts, des Bundesgerichtshofs und der Generalbundesanwaltschaft ist die Stadt prädestiniert für den Dialog zwischen Kultur, Recht und Technik.
Ob Innovationen zum Wohl der Menschen oder zu ihrem Nachteil wirken, hängt entscheidend von ihrer Nutzung ab. Zudem wird das Verhältnis zwischen Gesellschaft und technologischen Neuerungen von gesellschaftspolitischen Konflikten beeinflusst, auf wertvolle Weise reflektiert von künstlerischen und kulturellen Initiativen.
Technologische Innovationen erfordern immer auch neue rechtliche Normen und beeinflussen das rechtliche Umfeld. Gleichzeitig wirken globale Ereignisse und virtuelle Ungewissheiten auf den demokratischen Rechtsstaat und das alltägliche Zusammenleben.
Daher ist der Dreiklang zwischen Kultur, Recht und Technologie notwendiger denn je und bildet einen Mehrwert weit über Karlsruhe hinaus.
Das Karlsruher Forum setzt seine Ziele insbesondere durch Tagungen und Diskussionen mit Expertinnen und Experten um; diese Veranstaltungen wenden sich sowohl an ein Fachpublikum als in der Regel auch an allgemein interessierte Teilnehmende.
Symposium
9. Oktober 2025, 10 bis 18 Uhr im Medientheater des ZKM | Zentrum für Kunst und Medien
Versteht sich denn Gesellschaft heute? Und wenn ja, auf welche Weise? Wie wichtig ist Sprache, welche und wieviel Sprache brauchen wir, um uns zu verständigen und zu verstehen, damit der gesellschaftliche Zusammenhalt nicht zwischen Fachsprachen, Gruppenjargon, digitaler Kommunikation und sprachlicher Provokation verloren geht?
Das ganztägige Symposium widmet sich auch der Meinungs- und Pressefreiheit, der Frage, wie verständlich Rechtsprechung sein muss, welche Macht Sprache hat, wenn Begriffe eskalieren, Fake News nicht erkannt werden, wenn Maschinen zu Gesprächspartnern werden oder wieder mehr wertschätzend kommuniziert wird. Herzliche Einladung zu einem Tag des Zuhörens, Mitdenkens und Mitsprechens – für eine Sprache, die uns verbindet.
Symposium
10. Oktober 2024, 10 bis 18 Uhr im Medientheater des ZKM | Zentrum für Kunst und Medien
Demokratie ist mehr als ein System von Rechten und Freiheiten. Sie ist ein Schatz, der auf dem Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Wert der Demokratie, des Gemeinwohls und der demokratischen Institutionen basiert. Um unsere Demokratie lebendig zu halten, braucht es immer Menschen, die sich an unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung orientieren, sich für andere einsetzen und unsere Gesellschaft aktiv mitgestalten.
Unsere demokratische Gesellschaft ist nicht nur mit zahlreichen verbrieften Rechten und Freiheiten verbunden. Sie ist zudem nie abgeschlossen oder fertig, sondern erfordert kontinuierliche Mitgestaltung und die Übernahme von Verantwortung, um Freiheits- und Menschrechte zu schützen. Verbindliche Absprachen, Kompromisse und Mehrheiten sind unerlässlich - sei es in Vereinen, Institutionen und Schulen, Rathäusern oder im Bundestag.
Unsere Demokratie steht darüber hinaus/außerdem vor gewaltigen Herausforderungen wie der Globalisierung, dem Klimawandel, Pandemien, Migration, Künstlicher Intelligenz, Kriegen sowie Cyberattacken und Internetmanipulationen. Zudem schwindet das Vertrauen in die Demokratie sowohl bei der älteren, als auch bei der jüngeren Bevölkerung. Dieses Vertrauen gilt es zurückzugewinnen.
In Zeiten, in denen es wichtiger denn je ist, Fakten von Fakes zu unterscheiden, braucht es vielfältige Orte der Begegnung und den persönlichen Austausch auf unterschiedlichen Ebenen. Die Bereitschaft, dazuzulernen und Gefahren abzuwehren, ist essenziell, um uns als Individuen und unsere Demokratie zu schützen. Zu einer gelingenden Demokratie gehört es auch, einander ernsthaft zuzuhören, den Mehrwert der Demokratie zu erkennen und sich aktiv für sie einzusetzen.
Ungewöhnliche Formate und zahlreiche Mitgestalterinnen und Mitgestalter bereichern die Tagung und laden zur Diskussion ein. Denn Demokratie lebt von der Teilhabe und der Beteiligung aller Menschen in unserer Gesellschaft.
Programmflyer Download 3,07 MB (PDF)
Symposium
26. Oktober 2023, 10 bis 18 Uhr im Medientheater des ZKM | Zentrum für Kunst und Medien
Seit einigen Monaten bewegt sich das Rad der Mobilitätswende im öffentlichen Diskurs immer schneller. Die Geschwindigkeit, mit der es gedreht werden muss, um rund um die Mobilität von der Akzeptanz im Alltag, der „Wende im Kopf“ über die Weiterentwicklung des ÖPNV oder neuer Konzepte und Projekte bis hin zur Gesetzgebung vorwärtszukommen, ist dabei nicht in Stundenkilometern zu messen.
Wo Menschen leben, sind sie in Bewegung. Und es entsteht Verkehr, in einer Stadt anders als in ländlichen Regionen. Alle unsere Fortbewegungsformen müssen jedoch gemeinsam betrachtet werden. Sie sind verbunden mit Klimaschutz und erneuerbaren Energieformen und damit mit Forschung und Entwicklung. Mobilität, Wirtschaft und Arbeitswelt müssen ebenso miteinander gedacht werden, wie die Nachhaltigkeit und die Bezahlbarkeit sämtlicher Fahrzeuge. Hinzu kommt der größer werdende Bereich des autonomen Fahrens mit umfangreichen Auswirkungen auf die Rechtsprechung und das unfallfreie Zusammenspiel im Verkehrsraum.
So mobil wie möglich zu sein, kann sehr individuell gestaltet werden, ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem eigenen Pkw oder mit Carsharing, mit dem ÖPNV oder mit der Bahn. Nun leben wir in einer Zeit, in der es gilt, die notwendige sozialökologische Transformation einzuleiten, die auch in den verkehrstechnischen Bereichen gut vorbereitet werden muss.
Mobilität für morgen zu gestalten, hat immer mit Verantwortung zu tun, aber auch mit dem Blick auf kreative Ideen der Vergangenheit. Wir müssen uns auf eine Mobilitätswende einstellen, deren Verlässlichkeit es herzustellen gilt. Vertrauen und Akzeptanz unsererseits sind hierzu wesentliche Wegbegleiter. Dass die Stadt Karlsruhe schon in vielen Bereichen vorgedacht hat, spiegelt die Vielfalt vor Ort wider.
Unsere Aufgabe ist es nicht, die Zukunft zu kennen, sondern Rahmenbedingungen für notwendige und wünschenswerte Zukünfte zu schaffen. Da Mobilität sehr vielschichtige Aspekte enthält, gehen wir in den Dialog mit zahlreich daran beteiligten Akteuren, mit der Technologie und dem Recht.
Philosoph Florian Rötzer referiert über das Wohnen mit Künstlicher Intelligenz und dessen Gefahren
Mit der „schönen neuen Welt“ des Wohnens in Smart Citys, komplett vernetzt mit der Welt, gesteuert von Künstlicher Intelligenz (KI) hat sich am Mittwoch der Journalist und Philosoph Florian Rötzer in der Stadtbibliothek beschäftigt. Dort stellte er auch sein neues Buch „Sein und Wohnen“ vor. Der 69-Jährige unternahm eine philosophische Reise durch die Kulturgeschichte und Bedeutung des Wohnens und wagte einen Ausblick in die Zukunft, die auch Gefahren mit sich bringt.
Noch stehe Chat GPT – also die Möglichkeit, mit Computern über Texteingabe menschenähnlich zu kommunizieren, wobei der Chatbot aus der Unterhaltung lernt – noch ganz am Anfang. Technologien würden heutzutage im häuslichen Bereich vorwiegend dafür benutzt, um ferngesteuert Rasensprenger zu aktivieren, Alarmanlagen zu bedienen oder Licht ein- und auszuschalten. „Alexa oder Siri sind noch deutlich dümmer als GPT. Wir sind erst am Anfang. Es wird eine Revolution des Wohnens mit der Digitalisierung einhergehen“, prognostizierte Rötzer. Es könnte das Unheimliche in die neue Häuslichkeit des Hightech-Hauses einziehen.
Die romantisierte Vorstellung eines Spukhauses formulierte einst ein altes Schloss oder verlassenes Haus, mit klappernden Fensterläden und finsteren Ecken. „Die Zukunft eines Spukhauses könnte ziemlich clean sein, spiegelnde Böden, sehr funktional. Der Einwohner könnte dort wie ein Gast oder Passagier auf einem Flughafen leben.“ Und all die schönen Dinge, die das Leben leichter machen sollen, könnten sich gegen die Bewohner richten. Kameras an der Haustür oder andere Objekte der vernetzten Welt könnten gehackt und von digitalen Eindringlingen übernommen werden und zu feindlichen System mutieren.
„Der private Raum könnte auch zum Gefängnis werden, das Smarthouse zur Falle“, spekulierte der Autor aus dem bayerischen Landshut. Datenauslese (siehe Alexa) könnte Spionieren im eigenen Haus ermöglichen. „Wir sind in unserer bürgerlichen Privatheit nicht mehr allein“, so der Ex-Chefredakteur des Online-Magazins „Telepolis“. Lernende KI-Systeme könnten womöglich nicht nur eloquent kommunizieren, sondern aus Gesichtern lesen und Gefühle wie Liebe oder Hass simulieren und eventuell sogar eigene Zwecke verfolgen. Fast wähnte man sich ein wenig an den Science-Fiction-Klassiker aus den 70er Jahren, „Westworld, erinnert, in dem menschenähnliche Roboter in einem historisierenden Freizeitpark gegen ihre Schöpfer und Benutzer rebellieren.
In Zeiten lernender komplexer Systeme wachse auch die Abhängigkeit von Experten, so Rötzer. Im Dialog mit dem Auditorium der gut besuchen Veranstaltung, die als Teil des Karlsruher Forums für Kultur, Recht und Technik stattfand, gab es viele gedankliche Ansätze. Einer meinte, dass das, was wir jetzt als KI entdecken, nur die Spitze des Eisbergs sei. Über Smart Citys, die im asiatischen Raum schon Realität sind, und Haftungsfragen, wenn die ganze Technologie mal durchdreht, wurde ebenfalls diskutiert. Auch die soziale Kontrolle der Menschen war ein Thema. In China könnten Menschen aufgrund der hohen Dichte von Überwachungs-Kameras bereits durch das ganze Land optisch verfolgt werden.
In Sachen Video-Überwachung wurde über Kameras gesprochen, die aufgrund von KI sozial unerwünschtes Verhalten in der Öffentlichkeit „dechiffrieren“. So könne die Software beispielsweise erkennen, wenn sich ein Taschendiebstahl oder Schlägerei anbahnt, sodass die Polizei präventiv eingreifen kann. Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) erinnerte bei der Lesung daran, dass KI und Algorithmen eben das Ergebnis davon seien, was der Mensch der Maschine eingebe.
Volker Knopf
BAUEN, WOHNEN, LEBEN
Interdisziplinäre Antworten auf neue Entwicklungen und alte Gewohnheiten
12. Oktober 2022, 10 bis 18:30 Uhr, ZKM | Zentrum für Kunst und Medien, Medientheater
13. Oktober 2021, 10 bis 18.45 Uhr
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien
Tragende Institutionen der TechnologieRegion Karlsruhe haben vor über einem Jahrzehnt das „Karlsruher Forum für Kultur, Recht und Technik“ gegründet, das sich aus einem Kuratorium, Mitgliedern und dem Vorstand zusammensetzt.
Prof. Dr. Stephan Harbarth,
Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Karlsruhe
Prof. Dr. Armin Grunwald,
Institutsleiter und Lehrstuhlinhaber, ITAS – Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse und Institut für Philosophie, KIT – Karlsruher Institut für Technologie, Karlsruhe
Dr. Jens Bortloff,
Vizedirektor TECHNOSEUM – Stiftung Landesmuseum für Technik und Arbeit e.V.
Prof. Dr. Frédéric Bußmann,
Direktor der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe
Stefanie Schneider,
Landessenderdirektorin Baden-Württemberg, SWR, Stuttgart
Bettina Limperg,
Präsidentin des Bundesgerichtshofs Karlsruhe
Dr. Peter Frank,
Generalbundesanwalt
Vorsitzender des Vorstands:
Dr. Frank Mentrup,
Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe
Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands:
Prof. Dr. Michael Decker
Leiter des Bereichs Informatik, Wirtschaft und Gesellschaft im KIT
Schatzmeister:
Professor Dr. Michael Bartsch,
Bartsch Rechtsanwälte
Mitglied im Vorstand:
Dominika Szope,
Leiterin des Kulturamts der Stadt Karlsruhe
Kulturamt
Karlsruher Forum für Kultur, Recht und Technik